Kann Europa zur Freiheitszone für LGBTIQ+ Rechte werden?

NEOS unterstützen die #LGBTIQFreedomZone-Kampagne der europäischen Liberalen sowie den dahingehenden Beschluss des Europäischen Parlaments. Sie meinen, dass Europa eine Freiheitszone für LGBTIQ+ werden muss. Ist es doch möglich?

Die NEOS-Europaabgeordnete Claudia Gamon erkennt dabei, dass die Diskriminierung von Minderheiten gerade in Ländern wie Polen oder Ungarn wieder auf dem Vormarsch ist. Laut ILGA Europe verschlechtere sich im Jahr 2020 die Lage von LGBTI-Rechten in rund der Hälfte der europäischen Länder. Nach diesen Kriterien schneiden Litauen, Italien, Bulgarien, Rumänien, Lettland und Polen ab, wenn es um die Anerkennung der LBGTIQ-Rechte geht. Hass gegen LGBT-Personen ist zur Norm in diesen Ländern geworden. Und in einigen Ländern, wie Polen oder Ungarn, gelten Homophobie und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung sowie der Geschlechtsidentität als Teil der staatlichen Politik.

Man muß nicht lange suchen, um Beweise der Diskriminierung zu finden. Der polnische Justizminister Zbigniew Ziobro hat sich dafür ausgesprochen, dass es für homosexuelle Paare kein Adoptionsrecht geben soll, wie das Mannschaft-Magazin gestern berichtete. Der Politiker der rechten Regierungspartei Solidarna Polska (Solidarisches Polen) stellte am Donnerstag einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde bekannt, dass der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán eine neue konservative Kraft in Europa formieren möchte – in der Homo- und Transphobe herzlich willkommen sein dürften. In Litauen drohen LGBT-Gegner dem offen homosexuellen Vorsitzenden des Ausschusses für Menschenrechte und haben 300.000 Unterschriften gesammelt, um ihn abzusetzen.

Und dies ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Ich bewerte die Errichtung einer “LGBTIQ Freedom Zone” als sehr positiv, aber wie effekriv ist die Kampagne? Oder muss die EU den Druck auf diesen Ländern erhöhen? Wäre es möglich, bei solchen Konflikten eine gemeinsame Lösung, einen Kompromiss zu finden?

Polen: Woher kommt der Hass gegen LGBT-Jugendlichen?

Jeder vierte LGBT-Jugendliche wurde missbraucht. Viele von ihnen wollten sich umbringen. Warum? Weil sie jeden Tag in der Schule, im Krankenhaus, im Geschäft die Agression und Demütigung erdulden müssen. Dieser Hass weckt in jungen Queer-Menschen ein tiefes Gefühl von Angst und Unbehagen, dass sie partout nicht vergessen können. Jetzt will ich eine traurige Geschichte eines schwulen Jungen aus Polen erzählen, der wegen Diskriminierung Suizid begangen hat. Diese Geschichte stammt aus dem Artikel des polnischen Journalisten Janusz Schwertner (das polnische Nachrichtenportal onet.pl).

Viktor war ein sehr sensibler und künstlerisch veranlagter Mensch. Zwei Jahre zuvor hat Viktor (damals noch Viktoria) eine Schule gewechselt. Er war 13 Jahre alt. In den Pausen las er Bücher, statt mit den Mitschülern zu spielen und lernte im Unterricht Manga zu zeichnen. In seiner Freizeit montierte Viktor Anime-Videos. Einige Wochen später stießt er auf Schwierigkeiten im Umgang mit seinen Mitschülern, von denen er fast täglich beleidigt und gehänselt wurde.

Trotz der begängstigenden Situation wollte der Junge nicht wieder die Schule wechseln und versicherte, dass er Mobbing überstehen kann. Aber am Ende des Schuljahrs sagte Viktor seiner Freundin, dass er Selbstmord begehen will.

Mangafiguren

Im Juni 2018 kommt er in die psychiatrische Kinderklinik der Stadt Józefów. Die Atmosphäre im Zimmer lässt zu wünschen übrig: schweißige, schmutzige Bettwäsche mit den getrockneten Blutstropfen, die mit Filzschtiften bemalte Wände.

An der Wand waren weitere Aufschriften zu sehen: “fuck life”, “Morgen bringe ich mich um” und verschiedene Bilder z.B Schniedel oder Galgen. Auch in dem ganzen Zimmer waren alte Blutspuren. Die Kinder sollen in solcher Einrichtung wohnen und ihre Abneigung verbergen. Die Matratzen und Betten haben abstehende Stahlruten, mit denen die Kinder sich selbst verstümmeln.

Qulle: Onet

Die Klinik war voll von Kindern, die zu zweit – zu dritt auf schmutzigen Matratzen und in alten Betten lagen. Einige Matratzen waren gerade im Flur. Dann konnte man kahle Wände, abgebröckelten Putz, alte zerbrochene Möbel sehen. Die Kinder schlendern ziellos. Ihre Arme und Beine sind mit Schnittwunden übersät.