Herr Duda, erzähl uns nix vom Pferd!

Zuerst möchte ich einfach nur einiges erwähnen: Vor vier Monaten sagte Polens Präsident Andrzej Duda in einem Interview mit dem polnischen Nachrichtenmagazin “Wprost”, dass er bereit ist, das Gesetz über die Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu unterstützen.

Ich denke, wir alle wissen oder verstehen, was das bedeutet. Der linksliberale EU-Abgeordnete Robert Biedrón hatte recht, als er andeutete, dass sich die polnische Bürger, insbesondere die LGBT-Community, keine Illusionen mehr darüber machen sollen.

Viele vernünftige Menschen empörten sich, als sie gelesen oder gehört hatten, dass Polens Präsident die LGBT-Ideologie zerstörerischer als Kommunismus stellte. Für ihn war besonders wichtig zu betonen, dass die Generation seiner Eltern vierzig Jahre lang darum kämpfte, “die kommunistische Ideologie aus den Schulen zu verbannen, damit sie den Kindern nicht aufgezwungen werden konnte”. Er wollte seinen Bürgern zeigen, wie groß diese “Regenbogen-Gefahr” ist. Aber das ist wirklich absurd. Wie kann man die politische Richtung, die sich gegen den Kapitalismus wendet, mit dem Wunsch nach einem normalen freien Leben vergleichen?

Es fiel mir schwer zuzugeben, dass die queere Menschen heute in dem europäischen Land hilflos gegenüber der nationalkonservativen Regierungspartei sind.

Polen: Ikea-Manager kündigte einem homophoben Mitarbeiter und jetzt wurde er angeklagt

Ein schwedischer Enrichtungskonzern Ikea ist bekannt für seine freundschaftliche Beziehungen zu queeren Menschen. Das Unternehmen wollte ein Vorbild sein und veröffentlichte in seinem Intranet ein Dokument, in dem die Ikea-Führung den Internationalen Tag gegen Homophobie unterstützt. Auch hat sie eine offene Umfrage mit Mitarbeitern durchgeführt, ob sie solidarisch mit der LGBT-Community sind. Dann ist alles schlimmer geworden, als man vorstellen konnte.

Ein Eingestellter der Zweigstellen von Ikea in Krakau veröffentlichte die Bibelabschnitte, in den über Vernichtung der Homosexuellen besprochen wird, berichtet der Webportal Notes From Poland. Es geht um das dritte Buch des jüdischen Tanach, die als Levitikus bekannt ist. Tomasz zitierte Auszüge aus dem Kapitel 18, aus denen hervorgehe, dass die Menschen für Homosexualität bestrafen werden müssen: Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel. Alle nämlich, die irgendeine dieser Gräueltaten begehen, werden aus der Mitte ihres Volkes ausgemerzt.

Auch kritisierte Tomasz die Akzeptanz und die Unterstützung der Homosexualität in der Gesellschaft, die er als “abweichendes Verhalten” bezeichnete. Ikea verlangte von ihm diesen Beitrag zu löschen, aber er weigerte sich.

Was nun so interessant ist, dass andere Mitarbeiter über Tomasz klagen. Sie meinen, dass er sich gegenüber den queeren Menschen intolerant und vorurteilshaft verhält. Das ist einer der Gründe, warum er entlassen wurde.

Wie das slo­wa­kische Nachrichtenportal startitup.sk berichtet, befindet sich sein Fall derzeit in den Händen der polnischen Staatsanwaltschaft und sie ist da ganz anderer Meinung. Der Staatsanwaltschaft zufolge machte Tomasz nichts illegales. Die Anschuldigungen wurden gegen den Personalmanager erhoben. Insbesondere ihm droht nun eine Haftstrafe für die Verletzung der Religionsfreiheit. Trotzdem wurde das Opfer von der Seite Ikea juristisch geschützt.

Bemerkenswert ist, dass laut der jüngsten jährlichen Bewertung der LGBTQI-Rechte in Europa, die von ILGA-Europe durchgeführt wurde, rangiert Polen hinsichtlich des Schutzes sexueller Minderheiten auf Platz 42 von 49 europäischen Ländern. Im Jahr 2019 war Polen noch auf Platz 38.

Polen: Sexualität als Gewaltinstrument

Wie sagte einmal ein französischer Philosoph, Psychologe und Historiker Michel Foucault, der zu den einflussreichsten Denkern der Gegenwart zählt: “Jede säkulare und kirchliche Macht will Sexualität kontrollieren. Wer Sex kontrolliert, kontrolliert ebenso die Menschen”.

In keiner der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme gibt es Vorschriften, die Homosexualität als Krankheit bezeichnen. Trotzdem kann man heute in Polen die Organisationen finden, die die sogenannte Reparativtherapie anbieten.

Warum will Polen die LGBT-Rechte nicht anerkennen und die “Homo-Heilung” verbieten? Hierfür gibt es zwei Gründe: die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und die Kirche. Heute sind sie als zwei einander ergänzende Bestandteile der absoluten Macht. Die Polen sind sehr religiös. Zahlen lügen nicht: Rund 90 Prozent der polnischen Bevölkerung sind römisch-katholisch. Einige von ihnen sind homosexuell und wollen weiter zur Kirche gehören, aber die Priester sind anderer Meinung: Zuerst sollen LGBT-Menschen ihre sexuelle Orientierung verändern und nur dann können sie an Gott glauben.

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Die rechtskonservative PiS-Partei von Jaroslaw Kaczynski nimmt einen sehr wichtigen Platz in diesem konservativen System. Sie unterstützt das traditionelle Familienmodell, die Kirche und der Patriotismus. Die grundlegende Idee von Jaroslaw Kaczynski dahinter ist, Polen wieder stark und unabhängig zu machen. Bemerkenswert ist, dass die rechtsnationale Kräfte in Polen unter Patriotismus nicht nur die emotional- abstrakte Verbundenheit mit der eigenen Heimat verstehen, sondern auch ein Hassgefühl gegen Flüchtlinge, Schwule und Lesben, einfach gesagt, die tief verwurzelte Xenophobie.

Vor einem Jahr brachte die neue linksliberale Partei „Wiosna“ (Frühling) ein Gesetz zum Verbot sogenannter Konversionsbehandlungen ein, das bisher jedoch nicht verabschiedet wurde. Es scheint, dass heute die römisch-katholische Kirche und verschiedene Organisationen, die die “Homo-Heilung” empfehlen, ungehindert die Reparativtherapie durchführen können. Das bestätigt auch der Bericht der polnischen Organisation Kampagne gegen Homophobie. Als Beweis dafür ist der jüngste Fall im polnischen Poznán (Posen).

Dr. Jolanta Próchniewicz, Mitglied des Vorstands der ProLife Stiftung in Posen, bat die Stadt um Hilfe beim Ausbau der Klinik für die Menschen, die von der „Heteronormativität“ abweichen, berichtet das polnische Nachrichtenportal onet.pl. Die Stonewall-Aktivisten fanden heraus, dass die ProLife Stiftung finanzielle Unterstützung in Höhe von 24 Tausend Zloty (5277 Euro) für psychologische Betreuung und Beratung von traumatisierten Personen bekommen wollte. Sie selbst meint, dass Homosexualität eine “krankhafte” Störung der Geschlechtsidentität ist, die geheilt werden kann.

Jetzt ist es schwierig, eine aktuelle Information über die Konversionstherapie in Polen zu finden. Manchmal scheint es, dass die PiS-Regierung und die Kirche unter dem Druck der EU und der UNO alle Zahlen und Fakten verheimlicht hat. Man darf aber auch nicht vergessen: Lügen haben kurze Beine.

Blutspende-Verbot für schwule Männer

Die Pandemie weist auf ein krankes System der Menschheit hin. Überall kann man neues Phänomen beobachten: Corona-Rassismus. Im südchinesischen Guangzhou werden Afrikaner diskriminiert. In Tschechien leiden Roma unter Diskriminierung. Die LGBT-Personen stoßen jetzt auch auf Schwierigkeiten.

Ein Amerikaner, der das Coronavirus besiegte, wollte sein Blut für die Behandlung von Covid-19-Patienten spenden, aber die Ärzte lehnten seine Hilfe ab. Der Grund ist dafür einfach: Er ist schwul.

Trotz der Liberalisierung der Blutspenderverordnung weigern sich viele Nationale Blutzentren das Blutplasma von genesenen Schwulen zu nutzen, berichtet der Nachrichtensender “NBC News“.

Irgendwann Anfang März erwischte das Coronavirus den 36-Jährigen New-Yorker Lukus Estok. Er wurde etwa einen Monat später von der Krankheit geheilt und möchte den Infizierten behilflich sein. In einigen Tagen versuchte Lukus Blut zu spenden, um am Kampf gegen die Pandemie mitzuwirken. Aber leider wurde seine Kandidatur zurückgewiesen. Er war symptomfrei, hatte keine gefährlichen Erreger im Blut und keinen Kontakt zu einer mit dem coronainfizierten Person. Lukus erzählte den Ärzten einfach, dass er schwul ist! “Ich war geschockt. Ich habe keine solche Reaktion erwartet. Als ob ich radiaktiv wäre”, sagte er.

Lukus Estok

Dabei verneinen die Mitarbeiter des Blutspendedienstes in New York, dass die Ursache für die Absage eine gleichgeschlechtliche Orientierung war. Sie behaupten, dass das medizinische System für neue Veränderungen nicht bereit ist.

Dies ist nicht das erste Mal, berichtet “NBC News“. Der 24-Jährige Brandon Guntner aus Kalifornien wurde auch nach dem Coming-out abgewiesen.

In Österreich passierte vor einiger Zeit ein ähnlicher Fall: Ein Mann aus Wien, der anonym bleiben möchte, wollte im Plasmazentrum vom Pharmakonzern Takeda sein Blutplasma spenden. Doch im Jahr 2019 ist das Blutspende-Verbot für schwule Männer in Kraft getreten. Und in Österreich wurde die Blutspende wegen der Corona-Krise nicht liberalisiert. Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, machten sie bei diesem Mann keine Ausnahme.

Frankreich: Kein Platz für Rassismus!

“An dieser Stelle habe ich eine Bitte an unsere Fans: Falls irgendjemand unter euch in irgendeiner Art und Weise Hass auf Homosexuelle, Menschen mit anderer Hautfarbe oder Frauen hat, bitte tut uns einen Gefallen: Lasst uns verdammt nochmal alleine! Kommt nicht zu unseren Konzerten und kauft keine unserer Platten.” – Kurt Cobain

Frankreich wird von einem Rassismus-Skandal erschüttert. Eine rege Fernsehdiskussion zwischen zwei französischen Wissenschaftlern, die für Zweckmäßigkeit der Corona-Imfstofftestung an armen Afrikanern gesprochen haben, brachte die Öffentlichkeit in Rage.

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Jean-Paul Mira, Chefarzt am Pariser Cochin-Krankenhaus, schlug diese “famose Idee” vor, in Afrika zu experimentieren, “wo es keine Masken, keine Behandlungsmöglichkeiten und keine Wiederbelegungsmaßnahmen gibt” Camille Locht, Forschungsdirektor bei Inserm (französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung, unterstützte Mira in seinen Bestrebungen, eine Studie in Afrika durchzuführen.

Tedros Adhanom, Chef der Weltgesundheitsorganisation, bezeichnete solche Vorschläge als “Überbleibsel einer Kolonialmentalität” und betonte, das es beschämend und entsetzlich ist, Wissenschaftler im 21. Jahrhundert solche Bemerkungen sagen zu hören.

Mehrere afrikanische Fußballstars haben ihre Empörung über die Äußerungen der beiden Mediziner in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Der ehemalige kamerunische Fußballspieler Samuel Eto’o, attackierte in seinem Instagram-Post Medizinprofessoren: “Ihr seid Müll! Afrika ist nicht dazu da, dass ihr damit spielt.”

Ein anderer weltbekannter Fußballspieler, Didier Drogba, konnte auch nicht fernbleiben. “Es ist undenkbar, dass wir das akzeptieren würden. Afrika ist kein Labor. Ich wehre mich auf das Schärfste gegen diese ernsthaft rassistischen und verächtlichen Bemerkungen.” – schrieb er auf Instagram.

Konversionstherapie – Methode des Altertums (Teil 1)

“Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit sind Krankheiten”. Wer sind die Anhänger dieser Behauptung? Warum denken sie das? Lassen wir uns das Problem näher betrachten und sehen.

Die Existenz der Reparativtherapie ist eine Diskriminierungsform von LGBTI-Personen. Verschiedene Vorschläge und Äußerungen, dass Homosexualität “heilbar” ist, sorgen nur für Empörung.

Zwei Dinge kann man feststellen: Erstens haben der Weltärztebund und die World Psychiatric Association schon anerkannt, dass Homosexualität ein natürliches Phänomen ist. Zweitens gelten alle Methoden der Reparativtherapie als gesundheitsschädlich und verletzen die Menschenrechte.

Der Hauptgrund, warum diese Therapie noch existiert, ist eine sehr starke Unterstützung von der Kirche und von Vertretern der konservativen Kräfte. Das Beispiel der USA zeigt klar, wie das alles funktioniert.

Mike Pens und Homophobie

US-Vizepräsident Mike Pence ist einer der mächtigsten Kritiker der LGBT-Bewegung in der politischen Arena. Angesichts der dauernden Debatten über traditionelle Werte war er mehrmals in den Fokus von Medien geraten. Im Jahr 2015 unterzeichnete Pence als Gouverneur von Indiana ein Gesetz, mit dem Ladenbesitzer mit Verweis auf ihren Glauben Dienstleistungen an Homosexuelle verweigern können. Der US-Vizepräsident gilt auch als entschlossener Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Der TAGESSPIEGEL schrieb: “Hilfsorganisationen, die sich für Menschen mit Aids und HIV einsetzen, wollte er nur weiter finanzieren, wenn diese Organisation nicht weiter ein „Verhalten“ feierten und ermutigten, das die Übertragung von HIV begünstige. Mit diesem Verhalten meinte er Sex zwischen Männern. Überhaupt solle das Geld besser dafür verwendet werden, Institutionen zu unterstützen, die Menschen dabei helfen, ihr Sexualverhalten zu verändern, so heißt es im Wahlprogramm.” Der heutige US-Vizepräsident sprach damals von der Konversionstherapie und wollte sie mit Steuergeldern unterstützen.

Kirche und Reparativtherapie

Heute steht die “Homo-Heilung” in 19 von 50 Staaten an unter Strafe. Trotz der Gesetze, die die Pseudo-Therapie für Homosexuelle verbieten, arbeiten die Geistlichen mit solchen Organisationen zusammen, die angeblich aus einem Schwulen oder einer Lesbe einen heterosexuellen Menschen machen sollen.

Im September letzten Jahres hat das Erzbistum Philadelphia mit Unterstützung durch Desert Stream Ministries das Seminar “Gender Matters Fighting for the Integrity of Persons” abgehalten. Das Ziel der Veranstaltung war die Propagierung von traditionellen Werten und von der Konversionstherapie.

Das Erzbistum Denver arbeitet auch eng mit dieser Organisation. Das wurde bekannt, als sie die Konferenz “Gender Matters: Fighting for a New Generation” veranstaltet haben. Das Programmziel, von dem sie dort erzählten, war es, den Kirchgängern die Fertigkeiten der “Homo-Heilung” zu vermitteln, weil die LGBT-Personen ihrer Meinung nach körperlich und geistig gebrochen sind.

Polen: Woher kommt der Hass gegen LGBT-Jugendlichen?

Jeder vierte LGBT-Jugendliche wurde missbraucht. Viele von ihnen wollten sich umbringen. Warum? Weil sie jeden Tag in der Schule, im Krankenhaus, im Geschäft die Agression und Demütigung erdulden müssen. Dieser Hass weckt in jungen Queer-Menschen ein tiefes Gefühl von Angst und Unbehagen, dass sie partout nicht vergessen können. Jetzt will ich eine traurige Geschichte eines schwulen Jungen aus Polen erzählen, der wegen Diskriminierung Suizid begangen hat. Diese Geschichte stammt aus dem Artikel des polnischen Journalisten Janusz Schwertner (das polnische Nachrichtenportal onet.pl).

Viktor war ein sehr sensibler und künstlerisch veranlagter Mensch. Zwei Jahre zuvor hat Viktor (damals noch Viktoria) eine Schule gewechselt. Er war 13 Jahre alt. In den Pausen las er Bücher, statt mit den Mitschülern zu spielen und lernte im Unterricht Manga zu zeichnen. In seiner Freizeit montierte Viktor Anime-Videos. Einige Wochen später stießt er auf Schwierigkeiten im Umgang mit seinen Mitschülern, von denen er fast täglich beleidigt und gehänselt wurde.

Trotz der begängstigenden Situation wollte der Junge nicht wieder die Schule wechseln und versicherte, dass er Mobbing überstehen kann. Aber am Ende des Schuljahrs sagte Viktor seiner Freundin, dass er Selbstmord begehen will.

Mangafiguren

Im Juni 2018 kommt er in die psychiatrische Kinderklinik der Stadt Józefów. Die Atmosphäre im Zimmer lässt zu wünschen übrig: schweißige, schmutzige Bettwäsche mit den getrockneten Blutstropfen, die mit Filzschtiften bemalte Wände.

An der Wand waren weitere Aufschriften zu sehen: “fuck life”, “Morgen bringe ich mich um” und verschiedene Bilder z.B Schniedel oder Galgen. Auch in dem ganzen Zimmer waren alte Blutspuren. Die Kinder sollen in solcher Einrichtung wohnen und ihre Abneigung verbergen. Die Matratzen und Betten haben abstehende Stahlruten, mit denen die Kinder sich selbst verstümmeln.

Qulle: Onet

Die Klinik war voll von Kindern, die zu zweit – zu dritt auf schmutzigen Matratzen und in alten Betten lagen. Einige Matratzen waren gerade im Flur. Dann konnte man kahle Wände, abgebröckelten Putz, alte zerbrochene Möbel sehen. Die Kinder schlendern ziellos. Ihre Arme und Beine sind mit Schnittwunden übersät.

Tschechien: Million Agenblicke für Demokratie als letzter Hort der Freiheit

Was ist Demokratie? Die Antwort ist ganz einfach: Demokratie ist die Herrschaft des Volkes. Aber im Falle Tschechiens ist das anders, wo die Macht in Wirklichkeit in den Händen des Babiš-Freundeskreises liegt.

Auf dem Plakat steht auf Tschechisch “Ich (Babiš) bin die Gerechtigkeit”

Die Bewegung “Eine Million Augenblicke für Demokratie” ist die letzte Hoffnung für die Bürger, die Gerechtigkeit wiederzuherstellen. Sie haben schon ihre Kraft demonstriert. Im Jahr 2019 strömten mehr als 250 000 Menschen auf die Letna-Ebene in der Prager Innenstadt, um gegen den unter Korruptionsverdacht stehenden Regierungschef Andrej Babis zu protestieren. Viele oppositionelle Politiker unterstützen öffentlich diese Bündnis.

Massenprotest gegen Babis in Prag

Womit sind die Menschen unzufrieden?

Der Niedergang der tschechischen Demokratie ist mit der Babišs Politik eng verbunden. Es ist schon geradezu Paradox, dass die Gesellschaft, die Korruption nicht duldet, machte zum Ministerpräsidenten einer Person, deren amtliche Angelegenheiten mit ihren kommerziellen Bestrebungen nicht zusammenpassen. Bemerkenswert ist, dass er in seine eigenen Hände den Großteil der wirtschftlichen, politischen und medialen Macht nahm.

Wovor fürchten sich die Tschechen?

Es ist kein Geheimnis, dass Andrej Babiš sich selbst als Euroskeptiker bezeichnet. Das war wahrscheinlich der Grund dafür, warum seine mittepopulistische ANO-Partei die Parlamentswahlen gewonnen hat. Aber diese Verschiebung nach rechts könnte negative Folgen haben. Ein deutliches Beispiel sind Polen und Ungarn, die offen und aktiv die gesameuropäische Werte verleugnen, wo verschiedene demokratische Bewegungen und Minderheiten keine ernsthaften Chancen haben, um seine Rechte und Freiheiten vollkommen zu verwirklichen.

Die nächste Kundgebung der Organisation prägt sich durch politische Wenden in Polen und Ungarn. Auf den Flugblättern und Broschüren steht “Wir wollen den Weg von Polen und Ungarn nicht gehen”.

“Wir wollen den Weg von Polen und Ungarn nicht gehen”

Auch der Grund für diese Veranstaltung, die am 1. März stattfindet, war die Wahl von dem neuen tschechischen Ombudsmann Stanislav Křeček, der wegen rassistischer, diskriminierender und islamfeindlicher Äußerungen seitens Bürgerrechtsorganisationen kritisiert wird. Wie erklärte der Begründer der Bürgerinitiative, Mikulaš Minář, einige Politiker mißbrauchen ihre Macht, um die demokratische Verfassungen zu zerstören. Wenn es so weiter geht, könnten Justiz, Medien, öffentliche Beschaffungswesen, öffentliche Verwaltung wie in Polen und Ungarn den Politikern unterstellt werden, betonte er.

Ökologische Katastrophe in Kroatien! Rund 250.000 Liter Heizöl in Flussgebiet der Zrmanja gelaufen

Das seit Jahrzehnten ungelöste Problem in Flussgebiet der Zrmanja in Kroatien entwickelte sich zu einer ökologischen Katastrophe. Über die Jahre sind 250.000 Liter Heizöl in das Flussgebiet der Zrmanja gelangt. Der Zrmanja-Fluss mündet in das Adriatische Meer.

Der Zrmanja-Fluss, wo der Kinofilm Winnetou gedreht wurde, war sehr stark mit Heizöl verschmutzt, das als Brennstoff für Schiffe, Lokomotiven und Kraftwerke verwendet wird, berichtet das tschechische Nachrichtenportal nova.cz.

Ein Aluminiumwerk in Obrovac, das in den frühen 1980er Jahren geschlossen wurde, soll die mutmaßliche Verschmutzungsquelle sein. “Dort sind riesige Öltanke. Nach unseren Berechnungen beträgt das Gesamtvolumen etwa 400 m3”, schrieb das Mitglied des ökologischen Vereins in Ravni kotari (Umland von Zadar), Ivan Matić.

Die Probleme mit der Heizölverschmutzung kommen jedes Mal nach dem Regen. Das Grundwasser steigt und schwemmt das Heizöl in den Fluss. Wie das kroatische Nachrichtenportal dnevnik.hr berichtet, gelangte das verschmutzte Wasser ins Novigrader Meer, das durch die schmale Meerenge Novsko ždrilo mit der Adria verbunden ist.

Zrmanja

Der kroatischen Tageszeitung ​Slobodna Dalmacija zufolge konnten auch mehrere Tausend Liter hochradioaktives Stoff, sogenannte PCB (Polychlorierte Biphenyle), in den Zrmanja-Fluss ein­strö­men.

Die Einwohner versuchten mehrmals die Aufmerksamkeit der Politiker auf ökologische Probleme zu lenken. Aber bislang wurde niemand dafür bestraft.

Robert Biedrón glaubt den Versprechen von Andrzej Duda nicht

Der polnische Präsident Andrzej Duda will gleichgeschlechtliche Ehe anerkennen

Polens Präsident Duda sagte in einem Interview mit dem polnischen Nachrichtenmagazin «Wprost», dass er bereit ist, das Gesetz über die Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu unterstützen.

Der linksliberale EU-Abgeordnete Robert Biedrón, der im Januar offiziell seine Kandidatur für Präsidentenwahl verkündete, traut Duda nicht über den Weg. “Er liegt vor den Bischöfen auf den Knien und wird sich nicht von der PiS-Partei abnabeln”, sagte Biedrón.

Der schwule Präsidentschaftskandidat der Linken Robert Biedrón während einer Wahlkampfveranstaltung am 3. Februar 2020 in der Stadt Piotrkow Trybunalski

Die polnische Linke machen sich inzwischen keine Illusionen mehr darüber. Während des Treffens mit Wählern in der Stadt Piotrkow Trybunalski betonte Robert Biedrón, dass Polens Präsident Duda und die Koalition zwischen PiS und Bürgerplattform mehrmals dieses Gesetz erörtert haben, aber ihre Worte wurden nicht in die Tat umgesetzt. “Das ist ein altes politisches Täuschungsmanöver für den Wahlkampf. Ich habe diese Geschichte mehrfach nicht nur von Andrzej Duda gehört, sondern auch von der Bürgerplattform. Wie lange kann man die Polen und Polinnen belügen?”, sagte er.

Der linksliberale EU-Abgeordnete erinnerte daran, dass Duda während seiner Präsidentschaft nie auf Angriffe auf LGBT-Demonstranten reagiert hat. Zudem verteidigte er den Erzbischof von Krakau Marek Jędraszewski, der die LGBT-Bewegung eine “regenbogenfarbene Pest” nannte.